Archiv für Juni 2015

100 Tage KFL

Immer wieder wird gegen „Kritischer Frieden Leipzig“ die rhetorische Frage vorgebracht: „Warum wird die Kritik erst nach fast einem Jahr und nach Abstellung der Kritikpunkte laut?“, so beispielsweise in einem Artikel des „Friedenszentrums Leipzig“ in der Juni-Ausgabe der „Links! Politik und Kultur für Sachsen, Europa und die Welt“1.

Ungeachtet der Tatsache, dass von Beginn der Montagsmahnwachen an, Kritik von späteren Gründungsmitgliedern des KFL deutlich gäußert worden ist, bestätigt diese Kritik auch der Beschluss des Partivorstandes der Linkspartei vom Mai 2014, der in derselben Ausgabe der Zeitschrift nochmals dokumentiert ist. Dies zeigt, dass die kritische Auseinandersetzung mit den, von Neurechten und Querfrontler_innen durchsetzten, „Mahnwachen“ seit Beginn der Bewegung nicht nur von außen angetragen wurde, sondern auch innerhalb der Linken selbst geführt wird. Im redaktionellen Teil wird erwähnt, dass sich neben dem Aktionsnetzwerk „Leipzig nimmt Platz“ auch Beate Klarsfeld der Stellungnahme der Couragepreisträger_innen angeschlossen hat und Rico Gebhardt, der Landesvorsitzende der Linkspartei Sachsen, seine Vermittlung in der Auseinandersetzung angeboten habe.

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„Wessen Frieden ist der Frieden? Ein Jahr nach den Montagsmahnwachen“

Unser Erfahrungsbericht zum Podiumsgespräch mit Torsten Schleip (Friedenszentrum / DFG-VK) und Florian Illerhaus (KFL) am Mittwoch, 17.06.2015 im Linxxnet.

Der wohl eindrücklichste und auch bezeichnendste Moment des Abends war für uns das Ende der Veranstaltung. Nach Torsten Schleips abschließendem Statement wurde Florian Illerhaus das Wort für seine Schlussrede gegeben. Mitten im Statement wurde die, an diesem Moment sachliche Stimmung im Raum, durch von einer dem Friedenszentrum Nahestehenden aus dem Publikum aufbrausend unterbrochen. In aggressiv schreiendem Tonfall ergossen sich dieselben Vorwürfe und Anschuldigungen wie zuvor, als hätte es den ganzen Abend im Gespräch, in dem auch die Schreierin mehrfach zu Wort gekommen war, nie gegeben. Aller vorigen teilweisen Verständigung zum Trotz nahmen nun viele der anwesenden Friedensbewegten diesen Ausbruch zum Auslöser, selber wutentbrannt aufzuspringen und demonstrativ den Raum zu verlassen. „So lasse ich nicht mit mir reden!“ wurde gemurmelt, bezeichnender Weise bezog sich solcherlei Aussage nicht auf die kreischend vorgebrachte Unterbrechung, sondern auf die sachlichen Äußerungen des KFL-Vertreters auf dem Podium. Diskussion wird da schwierig, wo Beleidigungen wie zu jung, zu dumm, etc. von der Seite kommen, die gleichzeitig die Haltung kultiviert, sie würde durch sachliche Recherche selber diffamiert werden.

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Podiumsdiskussion zur Montagsquerfront

Zum Thema „Wessen Frieden ist der Frieden? Ein Jahr nach den Montagsmahnwachen“ findet am Mittwoch, 17.06.2015 im Linxxnet (Bornaische Straße 3d) ab 19 Uhr eine Diskussion statt: link

Zum Thema wird Florian Illerhaus, ein Unterzeichner unseres Gründungsaufrufs zur Initiative „Kritischer Frieden Leipzig“, mit Torsten Schleip, ein führender Leipziger Friedensaktivist, u.a. Bundessprecher der DFG-VK und Friedensaktivist, auf dem Podium diskutieren.

Wie in der Veranstaltungsankündigung des Links.Café anklingt, ist über die Beteiligung klassischer Friedensaktivist_innen an der aus Berlin initiierten neurechten und verschwörungsideologischen Mahnwachenbewegung und dem anschließenden Querfrontprojekt „Friedenswinter“, auch über den Weg von Artikeln in Parteizeitschriften der Linkspartei, gestritten worden.

Wir vom KFL begrüßen die Entscheidung des Stadtverbands der LINKE Leipzig-Süd, nun ein Gesprächsforum zu den unterschiedlichen politischen Auffassungen zum Thema Friedensarbeit in Zeiten völkischer Vereinnahmungsstrategien zu organisieren. In Erwartung einer Lösung offener Fragen im Umgang mit Rechten und klarer Positionen gegen jegliche Querfrontler_innen, freuen wir uns auf Mittwochabend!

Kritischer Frieden Leipzig, 16.06.2015

Bundeswehr – kann abgeschafft werden

Seit 60 Jahren ist die Bundeswehr etabliert und resultiert dabei aus dem Nationalstaatendenken. Die Europäische Union macht aber mittlerweile eine Verteidigungshaltung der einzelnen Staaten unsinnig. Zum Beispiel Deutschland hat, außer der Schweiz, nur angrenzende Mitgliedsstaaten und daher kaum einen Angriff auf die Landesgrenze von Nicht-EU-Staaten zu erwarten. Damit hat die Nationalarmee Bundeswehr ausgedient und kann abgeschafft werden.

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Kein Fest mit dem Militär – Gegen die Militarisierung der Gesellschaft

Die Initiative Kritischer Frieden Leipzig kritisiert die Aktivitäten der Bundeswehr auf dem Leipziger Stadtfest. Auch wenn man nachvollziehen mag, dass aus Sicht der Bundeswehr neues Personal notwendig sei, so ist das Stadtfest nicht der richtige Ort.

Die Bundeswehr ist eine Verteidigungsarmee. Das immer weiter ausgreifende Engagement der Bundeswehr im Ausland hat mit einer primären Verteidigungsaufgabe wenig zu tun. Die Werbeauftritte der Bundeswehr vermitteln zudem ein falsches Bild und verharmlosen systematisch militärische Konflikte. Es sollte nicht vergessen werden, dass der Dienst an der Waffe, die Vorbereitung zum Töten ist.

Gerade vor dem Hintergrund von komplexer werdenden Konflikten, die auch mit Mitteln der hybriden Kriegführung ausgetragen werden, ist es nicht angebracht, dass auf einem zivilen Volksfest militärische Einheiten auftreten.

Die Bundeswehr hat in der Nähe von Kindern und Familien nichts zu suchen. Wir fordern die Stadt auf die Bundeswehr vom Stadtfest auszuschließen. Kein Fest mit dem Militär.

Kritischer Frieden Leipzig, 05.06.2015