Auf dem Brückenfest am 19.09.2015

Am gestrigen Samstag fand das “Brückenfest – ankommen, platznehmen, zusammenleben”, organisiert von “Leipzig nimmt Platz”, statt. Über den Tag verteilt kamen mehrere tausend Besucher_innen auf die Sachsenbrücke im Clara-Zetkin-Park, um der Einladung zum Kennenlernen bei einer gemeinsamen, ausgelassenen Feier, nachzukommen.

Das breite Informationsangebot von über 40 Vereinen, Initiativen und zivilgesellschaftlichen Gruppen wurde sehr interessiert angenommen. Trotz Regen waren die vielen Infostände den ganzen Tag über von Interessierten umgeben und wurden als Möglichkeiten der Vernetzung untereinander intensiv genutzt. Das besondere Highlight auf der Mitte der Brücke, eine „Praxiseinheit Demonstrationsgeschehen“, begeisterte nicht nur die Teilnehmer_innen, sondern auch die vielen umstehenden Zuschauer_innen. Hier wurde aktiv geprobt wie Demokratie und friedliche Meinungsäußerung auf der Straße aussehen kann (#platznehmen). Das reichhaltige kulinarische und kulturelle Angebot aus aller Welt verdeutlichte in greifbarer Form die Vielfalt unserer Gesellschaft. So war es möglich, dass das Versprechen der Veranstalter_innen eingelöst wurde und der Brückenschlag tatsächlich gelang – Während auf der großen Hauptbühne zu hartem Punkrock gefeiert wurde, tanzten auf der anderen Seite der Brücke die Menschen zu syrischer Volksmusik.

Unser Resümee des Tages: Dank des kreativen Konzeptes von “Leipzig nimmt Platz” wurde deutlich gemacht wie tatsächliche „Willkommenskultur“ umgesetzt werden kann, statt sie nur herbeizureden oder Leipzig sich selbst feiern zu lassen. Denn das gesamte Programm war eingerahmt von Beiträgen mit der klaren Feststellung zur Notwendigkeit politischen Handelns in der aktuellen, von Rassismus und Menschenfeindlichkeit bedrohten Situation. Das Bekenntnis zu einer multikulturellen und multireligiösen Gesellschaft und die Erkenntnis der Bedrohung eben dieser durch Gruppen wie die *gidas, wurde von allen Redner_innen des Tages betont.

Wir von Kritischer Frieden Leipzig finden, dass das “Brückenfest” gezeigt hat, es muss in den allgegenwärtigen Diskussionen um weit mehr als Asyl gehen, sondern darum, wie eine offene und solidarische Einwanderungsgesellschaft geschaffen werden kann.

Kritischer Frieden Leipzig, 20.09.2015