Archiv der Kategorie 'Erfahrungsbericht'

Gewaltätige Legida-Demonstration am 14.09.2015 in Leipzig

Unter dem Motto „Jetzt erst recht!“ mobilisierte die rassistische und demokratiefeindliche Legida-Gruppierung nun bereits zum 19. Mal ihren Aufmarsch auf Leipzigs Straßen. Deutlich wurde in sozialen Netzwerken und auf vorigen Legida-Veranstaltungen, dass sich dieser Aufruf nicht nur an die vermeintliche bürgerliche Mitte richtet, sondern explizit gewaltbereite Kräfte miteinschließt. Vor Beginn der Veranstaltung zeigte sich, dass die Polizei die, in den sozialen Medien kursierenden, Aufrufe zur Sammlung und Aufmarsch von Nazi-Hooligans nicht ernst genommen hatte, obwohl auf diese Gefahr im Vorfeld bereits von NO LEGIDA aufmerksam gemacht worden ist.

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Wer kann sich distanzieren?

„Wessen Frieden ist der Frieden? Ein Jahr nach den Montagsmahnwachen“ Teil 2

Das vom Stadtverband der Linkspartei Leipzig-Süd veranstaltete Podiumsgespräch unter dem Titel „Wessen Frieden ist der Frieden? Ein Jahr nach den Montagsmahnwachen“ vom 17.06.2015 sollte zur Klärung strittiger Fragen in der Auseinandersetzung um die Beteiligung einiger Vertreter_innen der klassischen Friedensbewegung an der neurechten und verschwörungsideologischen „Mahnwachenbewegung“ beitragen.1 Hier wurde bereits von Kritischer Frieden Leipzig über die Diskussionsatmospähre der Veranstaltung berichtet.2

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„Wessen Frieden ist der Frieden? Ein Jahr nach den Montagsmahnwachen“

Unser Erfahrungsbericht zum Podiumsgespräch mit Torsten Schleip (Friedenszentrum / DFG-VK) und Florian Illerhaus (KFL) am Mittwoch, 17.06.2015 im Linxxnet.

Der wohl eindrücklichste und auch bezeichnendste Moment des Abends war für uns das Ende der Veranstaltung. Nach Torsten Schleips abschließendem Statement wurde Florian Illerhaus das Wort für seine Schlussrede gegeben. Mitten im Statement wurde die, an diesem Moment sachliche Stimmung im Raum, durch von einer dem Friedenszentrum Nahestehenden aus dem Publikum aufbrausend unterbrochen. In aggressiv schreiendem Tonfall ergossen sich dieselben Vorwürfe und Anschuldigungen wie zuvor, als hätte es den ganzen Abend im Gespräch, in dem auch die Schreierin mehrfach zu Wort gekommen war, nie gegeben. Aller vorigen teilweisen Verständigung zum Trotz nahmen nun viele der anwesenden Friedensbewegten diesen Ausbruch zum Auslöser, selber wutentbrannt aufzuspringen und demonstrativ den Raum zu verlassen. „So lasse ich nicht mit mir reden!“ wurde gemurmelt, bezeichnender Weise bezog sich solcherlei Aussage nicht auf die kreischend vorgebrachte Unterbrechung, sondern auf die sachlichen Äußerungen des KFL-Vertreters auf dem Podium. Diskussion wird da schwierig, wo Beleidigungen wie zu jung, zu dumm, etc. von der Seite kommen, die gleichzeitig die Haltung kultiviert, sie würde durch sachliche Recherche selber diffamiert werden.

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Reiner Braun bei Attac-Leipzig – Teil 1

Die Erwartung, dass es sich bei der „Mittwochsattacke“ von Attac-Leipzig am 27.05.2015 im Kern um eine reine Apologetik des Verhaltens der nach rechts offenen Vertreter_innen der Friedensbewegung handeln würde, hat sich bestätigt.

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Erfahrungsbericht zum 8. Mai

Wir vom Kritischen Frieden Leipzig haben die Veranstaltungen des „Bündnis 8. Mai“ zur 70. Jahresfeier der Befreiung vom nationalsozialistischen Terrorregime begleitet. Es begann mittags am Schwanenteich mit einer Kundgebung zum Gedenken an die ermordeten Sinti und Roma. Aus der andächtigen Stimmung wurden die Teilnehmenden direkt nach Beendigung des Gedenkens herausgerissen. Noch auf der Wiese, neben dem Mahnmal und den soeben abgelegten Blumenkränzen stehend, kam ein Mitglied des Leipziger Friedenszentrums auf die Gruppe zu und rief einen Teilnehmer der Kundgebung namentlich an: „Wenn Du nicht bald mit dem „Kritischen Frieden Leipzig“ aufhörst, dann knallts!“ Auf den Anlass des Gedenkens und sein dazu höchst unpassendes Verhalten hingewiesen, antwortete der Mann: „Ich habe extra gewartet, bis ihr fertig wart und wenn Sie keine Ahnung haben worum es geht, dann sollten Sie sich raushalten.“ Daraufhin verließ er den Kundgebungsort. Trotz sichtlicher Aufgebrachtheit des Friedensbewegten bleiben Zweifel ob es sich bei der ausgesprochenen Drohung um einen Gefühlsausbruch im Affekt handelt, wenn der Besagte doch selbst einräumt auf die Beendigung der Kundgebung gewartet zu haben und damit Zeit gehabt hatte seine Worte zu überlegen.

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